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Auf Spurensuche nach dem Biber

Bei unseren wöchentlichen Rundgängen haben wir an den Ufern von Künettegraben, Donau und Baggerseeauslauf mehrfach Sanduhrenförmig umnagte Bäume und geschälte Zweige bemerkt, doch den Verursacher konnten wir nicht beobachten.

 

Das war ganz anders, als wir uns mit Diplom-Biologe Ralph Zange von der Naturschutzwacht auf den Weg gemacht haben. Schon nach kurzer Zeit haben wir mit Glück und Geduld einen zweijährigen Biber beobachten können. Er hat wohl das Hotel Mama und die Biberfamilie an der Schutter verlassen um sich ein neues Revier und neue Bleibe zu suchen. Da saß er nun und hat uns belauert, ob wir ihm vielleicht bei der Wohnungssuche helfen können. 

Ralph Zange erklärte uns, was der einst stolzen Biberpopulation früher u.a. den Garaus gemacht hat. Man wollte ihn verspeisen, weil der Biber fastentechnisch als Fisch betrachtet wurde und im Wasser lebt. Ein fastentechnischer Trick mit dem der Biber als Braten abgeschmeckt mit Wein und Sahne als Fastenspeise und Delikatesse serviert wurde. Und man hatte ihn gejagt, um aus seinem Fell einen Mantel oder Mützen zu fertigen. Doch mittlerweile ist der Biberbestand in Bayern wieder auf 20.000, auch Dank engagierter Naturschützer wie Ralph Zange, angestiegen.

Ungeachtet unserer Gruppe hat sich der kleine Nager weiter damit vergnügt, im Schutterwasser abzutauchen und uns seelenruhig aus sicherer Entfernung zu beobachten. Er hat es dann später doch vorgezogen, die Hilfe des Naturschutzwächters beim Umzug anzunehmen und wurde sicher in seiner neue Bleibe bei Vohburg wieder ausgewildert.

Foto: KF Ingolstadt
08.11.2022