#blickPUNKT KOLPINGSFAMILIE

Gründerversammlung in der vierten Januarwoche 1854

Im Jahr 1854 ging in Ingolstadt ein Wunsch in Erfüllung, den der Optikers- und Knopfmacherssohn, Karl Sölch, schon längere Zeit gehegt und für den er auch den Prediger zur Schönen unserer Lieben Frau, Dr. Ludwig Hecht, gewonnen hatte. Die Gründung eines "Gesellenvereins" in seiner Vaterstadt Ingolstadt.

 

Karl Sölch hatte nämlich bei seinem Augsburger Studienaufenthalt einen solchen Verein kennen und schätzen gelernt. Seinem Vater, Karl Sölch sen., schilderte er, "wie schön und nützlich ein Katholischer Gesellenverein" sei und erreichte schließlich, dass der Vater in Ingolstadt einige Gesellen für die Gründung eines solchen Vereins interessierte.

Neben der Überlieferung fand nach einigen Anläufen und "Berathungen" die Gründerversammlung schließlich in der vierten Januar-Woche 1854 statt. Die Vereinschronik vermerkt darüber: "Ein sehr wichtiger Tag für den Verein war der 22. Januar 1854. Dieser Tag muss "nemlich" als der eigentliche Geburtstag unseres Vereins betrachtet werden. Denn an diesem Tage wurde die so wichtige und entscheidende Präsesfrage gelöst."

Die Lösung bestand darin, dass man nach wiederholten Bitten Dr. Ludwig Hecht bewegen konnte, das Praesidium des Vereins" zu übernehmen. Seine Ingolstädter geistlichen Mitbrüder verhielten sich gegenüber der Vereinsgründung zunächst auffallend reserviert.  Mit der Übernahme des "Präsidiums" durch Dr. Hecht schien diese Reserve abzuklingen. Zumindest fand sich bereits Ende September 1854 der Religionslehrer an der "königlichen Lateinschule" und "Benefiziat bei St. Moritz", Nikolaus Mayerhöfer, bereit, Dr. Hechts Nachfolger zu werden. Er veranlasste dann auch die Aufnahme des Ingolstädter "Gesellenvereins" in den "Katholischen Gesellenverein Bayerns", welche von München am 23. Februar 1856 bestätigt wurde. 

Auszug aus der Festschrift 150 Jahre Kolping Ingolstadt
10.08.2022